Chatverläufe auf dem Smartboard, Stirnrunzeln in der dritten Reihe, zustimmendes Nicken am Fensterplatz – und dann die Frage: „Aber ist das wirklich eine Beziehung?“. Am 10. Februar 2026 stand dieser Gedanke im Mittelpunkt eines besonderen Vormittags an unserer Gesamtschule. Die Jahrgänge 8 bis 10 beteiligten sich am Safer Internet Day und nahmen das Motto „KI and me. In künstlicher Beziehung.“ zum Anlass, genauer hinzuschauen.
Der bundesweite Aktionstag, koordiniert von klicksafe, stellte generative KI-Bots als digitale Alltagsbegleiter in den Fokus – von Social-Media-Chatbots bis hin zu Companion-Apps wie Character.AI. Nach kurzen Impulsen entwickelte sich schnell das, was diesen Vormittag prägte: intensive Klassengespräche. Es wurde abgewogen, widersprochen, ergänzt. Wann unterstützt KI sinnvoll beim Lernen? Wo beginnt Manipulation? Was unterscheidet echte Beziehungen von simulierten Interaktionen? Auch Themen wie falsche Gesundheitsratschläge, intime Datenteilung oder Deepfakes fanden ihren Platz – konzentriert, sachlich und mit spürbarer Beteiligung.
Dabei zeigte sich ein differenziertes Bild: Viele Schüler:innen nutzen KI selbstverständlich, aber vor allem pragmatisch – für Recherche, Strukturierung oder kreative Impulse. Eine emotionale „Beziehung“ zu Chatbots spielt im Alltag der meisten kaum eine Rolle. Entsprechend wurde der Schwerpunkt „künstliche Beziehung“ teilweise als weniger lebensnah empfunden.
Auch das bereitgestellte Material wurde kritisch eingeordnet. Einige Inhalte erschienen zu niedrigschwellig – zugleich ein Zeichen dafür, wie stark Medienbildung an unserer Schule bereits verankert ist und wie hoch das Vorwissen vieler Lernender ist. Der Wunsch nach vertiefenden, anspruchsvolleren Zugängen wurde deutlich.
Der Safer Internet Day bleibt damit ein wichtiger Impuls innerhalb unserer kontinuierlichen Medienkompetenzarbeit. Künftig sollen kürzere Inputs, differenzierte Lernpfade und praxisnahe Vertiefungen zu Datenschutz, Urheberrecht, Deepfake-Erkennung und reflektierter Prompt-Nutzung noch stärker in den Mittelpunkt rücken. So bleibt der Blick auf digitale Entwicklungen wach, kritisch und nah an der Lebenswelt unserer Schüler:innen – getragen von Austausch, Reflexion und echter Begegnung im Klassenraum.


