Inklusion an der Gesamtschule Waldbröl

10 Fragen und Antworten

1. Was ist Inklusion?

Inklusion bedeutet „dazu zu gehören“, ist also das Gegenteil von Ausgrenzung. In einer inklusiven Gesellschaft ist es normal, verschieden zu sein.  Im Zusammenhang mit dem Schulsystem bedeutet Inklusion, dass Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf gemeinsam mit allen anderen in den allgemeinen Schulen unterrichtet werden („Gemeinsames Lernen“). Dementsprechend versteht sich die Gesamtschule Waldbröl als inklusive Schule mit dem Ziel, ALLE Schüler(innen) der Schule gleichermaßen bestmöglich sowohl zu fordern als auch zu fördern.

2. Wie viele Schüler(innen) mit einem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf besuchen unsere Schule?

Insgesamt wird unsere Schule in der Sekundarstufe I und II von ca. 970 Schüler(innen) besucht. Von diesen haben zurzeit 43 Schülerinnen und Schüler in den Klassen 5 bis 10 einen festgestellten sonderpädagogischen Unter-stützungsbedarf.

3. Welche Förderschwerpunkte haben sie?

Bisher werden bei uns Schüler(innen) mit den Förderschwerpunkten „Lernen“, „Sprache“, „Sehen“, „Emotionale und soziale Entwicklung“ sowie „Geistige Entwicklung“ unterrichtet. Liegt ihr Förderschwerpunkt im Bereich des Lernens oder der geistigen Entwicklung, werden sie zieldifferent gefördert, d.h. sie haben individuelle Lernziele, die von den Lernzielen der jeweiligen Klassenstufe abweichen können.

4. Noch bilden wir „Inklusionsklassen“, aber warum?

Um unter den gegebenen personellen Rahmenbedingungen eine möglichst optimale Förderung für alle Schüler(innen) gewährleisten zu können, haben wir uns im Schuljahr 2014/15 dafür entschieden, innerhalb eines Jahrgangs jeweils eine sog. „Inklusionsklasse“ zu bilden.  Alle Schüler(innen) des Jahrgangs mit Unterstützungsbedarf wurden ab jetzt in einer Klasse unterrichtet. Daraus ergab sich u.a. der Vorteil, dass die Sonderpädagog(inn)en in den entsprechenden Klassen häufig im Unterricht als zweite Lehrperson eingesetzt werden konnten, weil ihre Stunden gebündelt wurden. Von einer solchen „Doppelbesetzung“ profitieren alle Schüler(innen) der Klasse auf vielfältige Weise.

Inzwischen werden in zwei bis drei Klassen eines Jahrgangs Schüler(innen) mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf unterrichtet und die Sonderpädagog(inn)en sind den einzelnen Jahrgängen zugeordnet.

5. Wie ist die Schule personell ausgestattet?

Neben den 80 für das Lehramt für die Sekundarstufe I und/- oder II ausgebildeten Lehrer(inne)n gehören drei Sonderpädagog(inn)en und zwei Sozialpädagoginnen zum Team der Gesamtschule. Zudem arbeiten zurzeit drei Schulbegleiterinnen an unserer Schule. Durch eine Kooperation mit der Universität Siegen unterstützen uns außerdem seit mehreren Jahren Student(inn)en des Studienganges “Pädagogik: Entwicklung und Inklusion”, welche an zwei Tagen pro Woche in die Schule kommen. Eine weitere Unterstützung ist durch das schulinterne Patensystem gegeben, bei dem ältere Schüler(innen) den jüngeren Schüler(inne)n auf unterschiedliche Art zur Seite stehen. Eine besondere „Persönlichkeit“ stellt unser Schulhund Amy dar. Ihn erleben wir als emotionale Stütze für alle Kinder, besonders jedoch für Kinder mit Förderbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung.

6. Wie ist die Schule räumlich ausgestattet?

Ergänzend zu den vorhandenen Klassen- und Fachräumen gibt es inzwischen drei zusätzliche Differenzierungsräume, die vorrangig von den Sonderpädagog(inn)en, aber auch von Klassen- und Fachlehrer(inne)n mit einzelnen Schüler(innen) oder Kleingruppen genutzt werden.

7. Wozu braucht man Differenzierungsräume? Bedeutet Inklusion nicht auch, dass alle gemeinsam in einem Raum lernen?

Das gemeinsame Lernen in einem Raum ist die Regel und wird z.B. durch Arbeiten im Lehrerteam, differenzierte Materialien oder kooperative Lernformen ermöglicht. Manchmal ist aber auch eine „äußere Differenzierung“ sehr sinnvoll und unterschiedliche Schülergruppen arbeiten zeitweise in einem anderen Raum.

8. Wie unterstützen und fördern wir die Schüler(innen)?

 Die Basis der inklusiven Arbeit bildet die gute Kommunikation und Absprache zwischen den Klassenlehrer(inne)n, Fachlehrer(inne)n und Sonderpädagog(inn)en. Bei Bedarf werden die Sozialpädagoginnen oder einzelne Schulleitungsmitglieder hinzugezogen.

Was bedeutet das in der Praxis? Wir….

  • tauschen uns über beobachtetes Lern- und Sozialverhalten aus, treffen Absprachen und beraten uns gegenseitig.
  • planen gemeinsam den Unterricht und die Förderung.
  • arbeiten eng mit Eltern, Erziehungsberechtigten und außerschulischen Experten (Psychologen, Therapeuten usw.) zusammen.
  • erstellen differenziertes Unterrichtsmaterial und stellen Anschauungs-material zur Verfügung.
  • unterstützen die Schüler(innen) in ihrem individuellen Lernprozess.
  • verstärken positive Verhaltensweisen und ermöglichen Erfolgserlebnisse.
  • nehmen uns Zeit für Konfliktgespräche und erarbeiten gemeinsam Lösungen.
  • sorgen mit Struktur und Transparenz für verlässliches Erziehungsverhalten.
  • besprechen mit den Schüler(inne)n ihre Ziele und Verhaltensfortschritte.
  • machen Konzentrations- oder Wahrnehmungsübungen.
  • helfen den Schüler(inne)n beim Einhalten der Ordnung in ihren Materialien.
  • v.m.

9. Wie wird der Übergang in die Berufswelt gestaltet?

Die Schüler(innen) mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf nehmen grundsätzlich an allen Aktivitäten zur Berufsorientierung teil, die das entsprechende Konzept unserer Schule beinhaltet. Insbesondere bei Schüler(inne)n mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“ wird spezieller Wert auf eine möglichst praxisnahe Berufsorientierung gelegt. Es wird ihnen ermöglicht, ab Klasse 8 bereits zusätzliche Praktika zu absolvieren. Der Kontakt zum Berufsberater der Agentur für Arbeit wird frühzeitig hergestellt. Innerhalb der Schule wird darauf geachtet, dass sie sich in möglichst vielen Bereichen praktisch erproben können (z.B. Technik, Hauswirtschaft, Schülerfirma etc.).

10. Wo gibt es genauere Informationen?

Gern beantworten wir weitere Fragen und geben nähere Auskünfte über den Inklusionsprozess an unserer Schule. Bitte wenden Sie sich an die Schulleiterin Frau Wallbaum-Buchholz oder an unsere Sonderpädagog(inn)en Frau Politz, Herrn Fett-Salberg oder Herrn Heinemann (Sekretariat: 02291/ 9320).

 (Stand: Oktober 2018)

Langfassung des Inklusionskonzeptes: (pdf)

thumbnail of Konzeptionelle Überlegungen Inklusion Oktober 2016