Inklusion an der Gesamtschule Waldbröl

10 Fragen und Antworten

1. Was ist Inklusion?

Inklusion bedeutet „dazu zu gehören“, ist also das Gegenteil von Ausgrenzung. In einer inklusiven Gesellschaft ist es normal, verschieden zu sein. Im Zusammenhang mit dem Schulsystem bedeutet Inklusion, dass Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf gemeinsam mit allen
anderen in den allgemeinen Schulen unterrichtet werden („Gemeinsames Lernen“). Dementsprechend versteht sich die Gesamtschule Waldbröl als inklusive Schule mit dem Ziel, ALLE Schüler(innen) der Schule gleichermaßen bestmöglich sowohl zu fordern als auch zu fördern.

2. Wie viele Schüler(innen) mit einem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf besuchen unsere Schule?

Insgesamt wird unsere Schule in der Sekundarstufe I und II von ca. 980 Schüler(innen) besucht. Davon haben 44 Schülerinnen und Schüler in den Klassen 5 bis 10 einen festgestellten sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf.

3. Welche Förderschwerpunkte haben sie?

Bisher werden bei uns Schüler(innen) mit den Förderschwerpunkten „Lernen“, „Sprache“, „Emotionale und soziale Entwicklung“ sowie „Geistige Entwicklung“ unterrichtet. Liegt ihr Förderschwerpunkt im Bereich des Lernens oder der geistigen Entwicklung, werden sie zieldifferent gefördert, d.h. sie haben individuelle Lernziele, die von den allgemeinen Lernzielen abweichen können.

4. Noch bilden wir „Inklusionsklassen“, aber warum?

Um unter den gegebenen personellen Rahmenbedingungen eine möglichst optimale Förderung für alle Schüler(innen) gewährleisten zu können, haben wir uns im Schuljahr 2014/15 dafür entschieden, innerhalb eines Jahrgangs jeweils eine sog. „Inklusionsklasse“ zu bilden. Alle Schüler(innen) des Jahrgangs mit Unterstützungsbedarf wurden ab diesem Schuljahr in einer Klasse unterrichtet. Daraus ergab sich u.a. der Vorteil, dass die Sonderpädagog(inn)en in den entsprechenden Klassen häufig im Unterricht als zweite Lehrperson eingesetzt werden konnten, weil ihre Stunden gebündelt wurden. Von einer solchen
„Doppelbesetzung“ profitieren alle Schüler(innen) der Klasse auf vielfältige Weise. Zudem starten die „Inklusionsklassen“ mit einer abgesenkten Klassenstärke. Stand 2018/19 werden jetzt in zwei bis drei Klassen eines Jahrgangs Schüler(innen) mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf unterrichtet und die Sonderpädagog(inn)en sind den einzelnen Jahrgängen zugeordnet.

5. Wie ist die Schule personell ausgestattet?

Neben den 89 für das Lehramt für die Sekundarstufe I und/- oder II ausgebildeten Lehrer(inne)n gehören drei ausgebildete Sonderpädagog(inn)en, eine in Ausbildung befindliche Sonderpädagogin, ein von der Förderschule für körperliche und motorische Entwicklung mit einige Stunden abgeordneter Sonderpädagoge sowie zwei Sozialpädagoginnen zum Team der Gesamtschule. Zudem arbeiten zurzeit fünf Schulbegleiter(innen) an unserer Schule. Zum Schuljahr 2019/ 20 konnten wir außerdem die erste Stelle für das „Multiprofessionelle Team“ erfolgreich mit einer staatlich anerkannten Heilerziehungspflegerin besetzen. Durch eine Kooperation mit der Universität Siegen unterstützen uns seit mehreren Jahren Student(inn)en des Studienganges “Pädagogik: Entwicklung und Inklusion”, welche an zwei Tagen pro Woche in die Schule kommen. Eine weitere Unterstützung ist durch das schulinterne Patensystem gegeben. Besondere „Persönlichkeiten“ stellen unsere Schulhunde dar. Sie erleben wir als emotionale Stütze für alle Kinder, besonders jedoch für Kinder mit Unterstützungsbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung.

6. Wie ist die Schule räumlich ausgestattet?

Ergänzend zu den vorhandenen Klassen- und Fachräumen gibt es inzwischen in allen Jahrgangsstufen mehrere zusätzliche Differenzierungsräume. In der Entstehung ist zurzeit ein neuer Beratungsbereich. Hier sind die Büroräume der Sozialpädagoginnen sowie der Sonderpädagog(inn)en und der Mitglieder eines noch zu erweiternden Multiprofessionellen Teams zu finden. Die dort ebenfalls vorhandenen Besprechungsräume stehen allen KollegInnen zur Verfügung.

7. Wozu braucht man Differenzierungsräume? Bedeutet Inklusion nicht auch, dass alle gemeinsam in einem Raum lernen?

Das gemeinsame Lernen in einem Raum findet häufig statt und wird z.B. durch das Arbeiten im Lehrerteam, differenzierte Materialien oder kooperative Lernformen ermöglicht. Manchmal ist aber auch eine „äußere Differenzierung“ sehr sinnvoll und unterschiedliche Schülergruppen arbeiten zeitweise in einem anderen Raum.

8. Wie unterstützen und fördern wir die Schüler(innen)?

Die Basis der inklusiven Arbeit bildet die gute Kommunikation und Absprache zwischen den Klassenlehrer(inne)n, Fachlehrer(inne)n und Sonderpädagog(inn)en. Bei Bedarf werden die Sozialpädagoginnen oder einzelne Schulleitungsmitglieder hinzugezogen.

Was bedeutet das in der Praxis? Wir…

  • tauschen uns über beobachtetes Lern- und Sozialverhalten aus, treffen Absprachen und beraten uns gegenseitig.
  • planen gemeinsam den Unterricht und die Förderung.
  • arbeiten eng mit Eltern, Erziehungsberechtigten und außerschulischen Experten (Psychologen, Therapeuten usw.) zusammen.
  • erstellen differenziertes Unterrichtsmaterial und stellen den Schüler(inne)n Anschauungsmaterial zur Verfügung.
  • unterstützen die Schüler(innen) in ihrem individuellen Lernprozess.
  • verstärken positive Verhaltensweisen und ermöglichen Erfolgserlebnisse.
  • nehmen uns Zeit für Konfliktgespräche und erarbeiten gemeinsam Lösungen.
  • sorgen mit Struktur und Transparenz für verlässliches Erziehungsverhalten (–> Classroom-Management).
  • besprechen mit den Schüler(inne)n ihre Ziele und Verhaltensfortschritte.
  • machen Konzentrations- oder Wahrnehmungsübungen.
  • helfen den Schüler(inne)n beim Einhalten der Ordnung in ihren Materialien.
  • u.v.m.

 

9. Wie wird der Übergang in die Berufswelt gestaltet?

Die Schüler(innen) mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf nehmen grundsätzlich an allen Aktivitäten zur Berufsorientierung teil, die das entsprechende Konzept unserer Schule beinhaltet. Insbesondere bei Schüler(inne)n mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“ wird spezieller Wert auf eine möglichst praxisnahe Berufsorientierung gelegt. Es wird ihnen ermöglicht, ab Klasse 8 bereits zusätzliche Praktika zu absolvieren. Der Kontakt zum Berufsberater der Agentur für Arbeit wird frühzeitig hergestellt. Innerhalb der Schule wird darauf geachtet, dass sie sich in möglichst vielen Bereichen praktisch erproben können (z.B. Technik, Hauswirtschaft, Schülerfirma etc.).

10. Wo gibt es genauere Informationen?

Gern beantworten wir weitere Fragen und geben nähere Auskünfte über den Inklusionsprozess an unserer Schule. Bitte wenden Sie sich an die Schulleiterin Frau Wallbaum-Buchholz, die Didaktische Leiterin Frau Politz oder an unsere Sonderpädagog(inn)en Herrn Fett-Salberg oder Herrn Heinemann
(Sekretariat: 02291/ 9320).

 (Stand: Mai 2020)


Flyer: Inklusion an der Gesamtschule Waldbröl (pdf)

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Langfassung des Inklusionskonzeptes: (pdf)

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