Schulprogramm der Gesamtschule Waldbröl

Arbeitsfassung September 2025

Die Gesamtschule Waldbröl ist eine Schule des Gemeinsamen Lernens. Inklusive Bildung gehört damit
selbstverständlich zum schulischen Alltag und ist konzeptionell in unser Schulprogramm integriert.
Das Schulprogramm enthält die gemeinsam erarbeiteten Grundlagen unserer Arbeit, drückt unsere
pädagogische Haltung aus und bildet die Basis unseres Handelns. Gleichzeitig dokumentiert es unseren
fortlaufenden Schulentwicklungsprozess und wird regelmäßig überprüft, verändert oder erweitert.

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Inhalt

Zur besseren Lesbarkeit ist das Schulprogramm hier als Webfassung mit Sprungmarken strukturiert.


Teil A – Aktuelles Schulprogramm

1 Leitgedanken

Unsere Schule ist ein Raum für gesundes Lernen und Leben, in dem wir uns wohlfühlen und in dem wir gerne
arbeiten, lernen und uns begegnen können. Unser Zusammenleben ist geprägt durch einen solidarischen,
demokratischen, toleranten und freundlichen Umgang miteinander sowie durch gelebte Verantwortungs- und
Leistungsbereitschaft. Auf Regeln haben wir uns gemeinsam geeinigt – und diese Werte beachten wir alle.

Alle Schüler:innen sollen nach ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen gefördert und gefordert werden.
Wichtig ist uns, dass Talente entdeckt und Stärken gestärkt werden. Dabei haben musische,
gesundheitsförderliche, sprachliche sowie forschend-entwickelnde Aktivitäten einen hohen Stellenwert –
sichtbar u. a. in unseren Profilklassen.

Wir schaffen Strukturen, in denen eigenverantwortliches und selbstgesteuertes Lernen möglich ist.
Wir begleiten Schüler:innen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung, Berufsplanung und individuellen Profilbildung
und legen die Basis für lebenslanges Lernen sowie ein gesundes und nachhaltiges Leben.

Als Ganztagsschule ist unser pädagogisch gestalteter Ganztag Lebens-, Begegnungs- und Erfahrungsraum.
Ernährung, Ruhe und Bewegung spielen dabei eine wichtige Rolle.

2 Das Team – die pädagogische und organisatorische Basis unserer Schule

2.1 Unser Verständnis einer Teamschule

Den Anforderungen an Schule in Gegenwart und Zukunft begegnen wir am wirksamsten in kooperativen Strukturen.
Deshalb verstehen wir uns in Arbeitsorganisation und Entscheidungsstruktur als Teamschule. Teamarbeit bedeutet:
Kommunikation, Offenheit und Verantwortungsbereitschaft – aber auch Entlastung durch Arbeitsteilung und gesicherte
Qualität durch Verbindlichkeit.

Die Verbindlichkeit gegenüber dem Schulprogramm gibt Orientierung, lässt zugleich aber Spielraum für besondere
Fähigkeiten, kreative Ideen und Entwicklung. Identifikation entsteht, indem Schüler:innen, Lehrkräfte und Eltern
frühzeitig eingebunden werden, Verantwortung übernehmen und Zusammenarbeit kooperativ gestalten.

2.2 Unsere Teamstrukturen (aufklappen)

In unserer Schule arbeiten verschiedene Teams verbindlich zusammen. Dazu gehören u. a.:

  • KL-Team / Tutor:innenteam: Pädagogische Begleitung der Klassen (in der Regel zwei Lehrkräfte), KL-Stunden als Raum für pädagogische Ziele und Organisation, enger Kontakt zu Schüler:innen und Eltern.
  • Jahrgangsteam: Absprachen und Zusammenarbeit im Jahrgang (z. B. Organisation, gemeinsame Standards, Abstimmungen).
  • Jahrgangsfachteam: Parallelarbeit und Verbindlichkeit in fachlichen Fragen innerhalb eines Jahrgangs.
  • Fachkonferenzteams: Curriculare Arbeit, Vereinbarungen, Evaluation und Weiterentwicklung in den Fächern.
  • Schulentwicklungsteam: Koordination von Entwicklungsvorhaben, Evaluationen und Fortbildungsbedarfen.
  • Schulleitungsteam: Steuerung, Organisation, Kommunikation, Qualitätsentwicklung.
  • Ganztagsteam: Gestaltung und Organisation des pädagogischen Ganztags.
  • Fachteam „Gemeinsames Lernen“: Strukturierte Weiterentwicklung inklusiver Praxis und Unterstützungssysteme.
  • Beratungsteam & Schulsozialarbeit: Beratung, Unterstützung, Prävention, Begleitung bei Konflikten und individuellen Anliegen.
  • SV-Team: Beteiligung und Mitwirkung von Schüler:innen, Förderung demokratischer Strukturen.

2.3 Teamentwicklung im Klassenraum

Teamfähigkeit ist nicht nur Organisationsprinzip im Kollegium, sondern auch Lernziel im Unterricht. Durch stabile
Strukturen (z. B. Tischgruppenprinzip), systematische kooperative Lernformen und pädagogische Bausteine wird
Zusammenarbeit eingeübt, reflektiert und weiterentwickelt.

3 Unser Selbstverständnis als Gute gesunde Schule

Wir verstehen uns als sich stetig weiterentwickelnde „gesunde Schule“ im ganzheitlichen Sinne. Bildungs-, Erziehungs-
und Gesundheitsqualität hängen eng zusammen: Gesunde Kinder lernen besser, zeigen Lernfreude und Lernbereitschaft –
und das gilt entsprechend auch für Lehrkräfte.

Im Schulalltag und in der Ausstattung unserer Schule streben wir ein ausgewogenes Verhältnis von Entspannung,
Bewegung und gesunder Ernährung an. Das 60-Minuten-Raster unterstützt dabei eine entschleunigte Tagesstruktur
mit mehr Ruhe, weniger Wechseln und besserer Kontinuität im Lernen.

4 Betreuungspädagogik

Mit der Gründung der Gesamtschule Waldbröl wurde der Begriff „Betreuungspädagogik“ an unserer Schule geprägt
(synonym wird häufig „Beziehungspädagogik“ verwendet). Dieses Grundverständnis zieht sich wie ein roter Faden durch
unsere Arbeit:

Lehrkräfte – insbesondere Klassenlehrer:innen – stehen an der Seite der Schüler:innen. In Anlehnung an die Schachregel
„berührt – geführt“ begleiten wir Schüler:innen vom ersten bis zum letzten Schultag mit dem Ziel, den bestmöglichen
Schulabschluss zu erreichen und zu einer starken, selbstbewussten und glücklichen Person heranzuwachsen.
Dabei schauen wir ganzheitlich auf fachliche, persönliche und soziale Kompetenzen sowie auf Stärken und Schwächen –
mit einem klaren Fokus auf Ressourcen und Selbstwirksamkeit.

5 Classroom Management: Struktur und Transparenz

Verlässliche Strukturen geben Sicherheit und schaffen Raum für Lernen. Dazu gehören u. a. klare Regeln, transparente
Abläufe, verlässliche Rituale und eine lernförderliche Klassenraumgestaltung.

Standards und Beispiele (aufklappen)
  • Soziales Lernen: Förderung der Klassengemeinschaft (z. B. Klassenrat), Tischgruppen- und Gruppentraining, SoZiKa (Sozialzielekatalog), Patenkonzepte, Zusammenarbeit mit Sozialpädagog:innen/MPTs, Kultur des Lobens und der Fehlerfreundlichkeit.
  • Unterrichtsplanung und -struktur: Agenda zu Stundenbeginn, Logbucharbeit, abgestimmte Parallelarbeit in Teams, Vertretungskonzept, strukturierte Übungsstunden/Lernzeiten, Methodentage und Kooperatives Lernen, PowerPausen.
  • Klassenraumgestaltung: feste Gruppentische bzw. Tischgruppenprinzip, bewegter Klassenraum (z. B. Lernmatten, Sitz- und Stehmöglichkeiten), Atmosphäre durch Pflanzen/Bilder/Materialien.
  • Vernetzung („village management“): Enge Kooperation zwischen Lehrkräften, Beratung, Sozialpädagog:innen und Eltern (Logbuch, Sprechzeiten, Abende, gemeinsame Projekte), Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern.

6 Förderung der Fach- und Lernkompetenz

Wir fühlen uns der Idee der individuellen Förderung besonders verpflichtet, damit jede:r Schüler:in – unabhängig von
Herkunft und Ausgangslage – eigene Chancen und Begabungen optimal nutzen kann und der bestmögliche Schulabschluss
erreicht wird.

6.1 Individuelle Förderung

Bausteine der individuellen Förderung (aufklappen)
  • Selbstorganisiertes Lernen in Lernzeiten: Verbindliche Übungs- und Lernphasen, die Eigenverantwortung, Planung und Reflexion stärken.
  • Lerncoaching: Unterstützung bei Lernstrategien, Ressourcenorientierung, Zielsetzung und Selbststeuerung.
  • Kooperative Arbeitsformen: Teamorientiertes Lernen als Förderprinzip im Unterricht.
  • 60-Minuten-Raster: Entschleunigung, Kontinuität und bessere Lernprozesse durch klare Zeitstrukturen.
  • Förder-Forder-Konzept: Differenzierende Angebote für Förderung und Forderung (u. a. MINT-Forderkurse), Zuordnung über Förderkonferenzen.
  • SamS – Schüler:innen arbeiten mit Schülern: Geschulte Schüler:innen der Jahrgänge 9/10 unterstützen Jg. 5/6 (z. B. Lernzeiten, Nachhilfe, Schrift, Lernorganisation) in einem festen Zeitfenster.
  • Logbuch: Individueller Lernbegleiter zur Planung, Reflexion und Kommunikation.
  • Schüler:innen-Sprechtag: Strukturierter Termin mit Selbst- und Fremdeinschätzung, Zielvereinbarungen und (ab Jg. 8) Dokumentation von Übergängen/KAoA-Elementen.
  • Sprachförderklasse: Zusätzliche Sprachförderung für neu zugewanderte Schüler:innen bei gleichzeitiger Zugehörigkeit zu einer Regelklasse.

6.2 ACUTage (außercurriculare Unterrichtstage)

ACUTage öffnen Unterricht und Schule nach außen: In Projekten, Workshops, Exkursionen und thematischen Tagen werden
Kompetenzen aufgebaut, Interessen geweckt und Lernen in anderen Kontexten ermöglicht. Inhalte reichen – je nach Stufe –
von Lernstrategien, Medienkompetenz und Berufsorientierung bis zu Gesundheit, sozialem Lernen und Demokratiebildung.

6.3 Medienkonzept

Die Grundlage unseres schulinternen Medienkonzeptes bildet der Medienkompetenzrahmen NRW. Es knüpft unmittelbar an
unsere pädagogischen Ziele an und unterstützt deren Umsetzung. Im Zentrum stehen digitale Medien – verstanden als
Zusammenspiel aus Infrastruktur (z. B. WLAN/Hardware), Anwendungssoftware im Unterricht und Daten/Prozessen im
Schulalltag.

6.6 Kulturkonzept

Kulturelle Bildung ist für uns Bildung zur kulturellen Teilhabe und damit ein wichtiger Aspekt von Bildungsgerechtigkeit.
Unser Kulturkonzept setzt verbindliche Standards für alle Schüler:innen und eröffnet zugleich Wahlmöglichkeiten über
künstlerisch-ästhetische Bausteine (z. B. Kulturscout- oder Musikklassen, „Darstellen und Gestalten“).

Eckpunkte sind fächerübergreifender Unterricht (u. a. Kunst/Musik), konsequente Produkt- und Projektorientierung,
Förderung rezeptionsästhetischer Kompetenzen und Kooperationen mit außerschulischen Partnern. Ein zentraler Baustein
ist ein Aufführungskalender als transparente Planungsgrundlage und als Brücke zur Region.

6.7 Fahrtenkonzept

Exkursionen, Schulfahrten, Schüler:innenaustausche und Studienfahrten öffnen Unterricht nach außen. Sie ermöglichen das
Erproben theoretischer Kenntnisse an außerschulischen Lernorten, stärken Gemeinschaft und fördern Selbstständigkeit.

7 Schule und Lernen

Individuelle Förderung bedeutet auch, Schüler:innen in ihren Interessen und Stärken ernst zu nehmen und Perspektiven zu
eröffnen. Unsere Schule unterstützt Profilbildung durch vielfältige Angebote, Projekte und Wahlmöglichkeiten – und verbindet
das mit klaren Standards für soziales Lernen, Verantwortung und demokratische Teilhabe.

7.4 Genderkompetenz und geschlechtssensible Bildung

Geschlechtssensible Bildung ist Teil unserer schulischen Haltung. Dazu gehören u. a. Angebote zur Erweiterung von Interessen
jenseits von Stereotypen, bewusste Materialauswahl, klischeefreie Lernarrangements, gerechte Aufgabenverteilung sowie die
Auseinandersetzung mit Rollenbildern, Gleichberechtigung und unterschiedlichen Lebensentwürfen in Unterricht und Projekten.

7.5 Ganztag

Als Ganztagsschule stellen wir Betreuung von 7.35 Uhr bis 15.20 Uhr sicher. Entspannung, Bewegung und gesunde Ernährung
gehören dabei zu erfolgreichen Lernbedingungen. Die Aktive Pause (9.40–10.10 Uhr) und Offene Angebote (12.30–13.15 Uhr)
bieten Möglichkeiten sinnvoller Freizeitgestaltung. Ein Jahresplan („OA-Plan“) schafft Transparenz und Planbarkeit für die
gesamte Schulgemeinde.

8 Konzept zur inklusiven Bildung

Gemeinsames Lernen ist ein Grundpfeiler unserer Schule. Ziel ist, Schüler:innen mit unterschiedlichen Voraussetzungen so zu
unterstützen, dass Teilhabe, Lernfortschritt und persönliche Entwicklung möglich werden. Inklusive Strukturen werden durch
abgestimmte Teamarbeit, Beratung, Förderplanung und passende organisatorische sowie räumliche Rahmenbedingungen
weiterentwickelt.

9 Berufsorientierung und Gestaltung von Übergängen

Berufsorientierung ist bei uns ein verbindlicher Prozess, der Schüler:innen schrittweise unterstützt: Interessen klären,
Kompetenzen entdecken, Berufsfelder kennenlernen, Entscheidungen reflektieren und Übergänge gestalten. Dokumentation,
Beratung und die Verzahnung mit KAoA-Elementen bilden dafür einen stabilen Rahmen.

10 Kooperationen

Wir fördern Kooperationen mit vielfältigen Partnern vor Ort und in der Region. Das Netz der Kooperationspartner im Bereich
Beratung und Hilfe ist engmaschig, sodass sinnvolle Angebote für Schüler:innen, Eltern und Lehrkräfte bereitstehen – etwa im
Rahmen von Präventionsarbeit, Sozialkompetenztraining und Genderkonzept.

Ganztagsangebote sowie Profilklassen und -kurse werden außerdem durch Kooperationen möglich – u. a. mit der Jugendmusikschule,
dem EIAB (European Institut of applied Buddhism), Sportvereinen, dem Malteser Hilfsdienst, der AWO, Tanzschulen und
Fitness-Studios. Darüber hinaus bringen wir uns aktiv in den Sozialraum der Stadt Waldbröl ein und arbeiten mit Schulen vor Ort
sowie im Netzwerk der oberbergischen Gesamtschulen zusammen.

Anlagen

Zu unserem Schulprogramm gehören ergänzende Anlagen, u. a. zu folgenden Bereichen:


Teil B – Planung der Schulentwicklung

In diesem Teil wird unser Prozess der Schulentwicklung dargestellt: aktuelle Entwicklungsvorhaben und -ziele, Arbeitspläne,
Fortbildungsplanung sowie Planungen zur Evaluation. Die Inhalte werden regelmäßig – u. a. nach Treffen der Schulentwicklungsgruppen
und anschließenden Lehrer:innenkonferenzen – fortgeschrieben.

11 Aktuelle Schulentwicklungsvorhaben (aufklappen)

Schulentwicklung wird in geöffneten Gruppen gestaltet, an denen Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeiter:innen, Schüler:innen und
Eltern beteiligt sein können. Ergebnisse fließen in Konferenzen und die Schulkonferenz ein. Zu den wiederkehrenden Schwerpunkten
gehören u. a.:

  • Organisation der Schulentwicklung: Struktur, Beteiligung, Abstimmungswege, Evaluation.
  • Lernzeiten: Fortlaufende Planung, Weiterentwicklung und verbindliche Umsetzung.
  • Projektorientierter Nebenfachunterricht: Konzeption, Erprobung, Evaluation und Anpassung.
  • Digitalisierung: Weiterentwicklung Medienkompetenzrahmen-Verankerung, Ausstattung, Anwendungen und schulische Prozesse.
  • Gemeinsames Lernen: Förderplanung, Unterricht & Differenzierung, räumliche/organisatorische Unterstützung, Übergänge & Kooperation.
  • Gesundheit: Bewegte Schule, Prävention, Räume und Rahmenbedingungen.
  • Schulkultur: Feste und Feiern, personale und soziale Kompetenzen, Schutzkonzept und Emotionsregulationsstrategien.
  • Internationalisierung: u. a. Erasmus+

Fortbildungen und Evaluationen werden entlang dieser Schwerpunkte geplant und dokumentiert.


Stand: Schulprogramm 02.09.2025 (Webfassung)